Die Kneipe, in der ich sitze, ist ungefähr das versiffteste, was diese Stadt zu bieten hat. Eine Luft zum Schneiden, geschwängert vom Dunst der vielen Zigaretten, die hier Abend für Abend geraucht werden. Den Geruch bekommt man irgendwann nicht mehr raus, egal wie viele Fenster und Türen man den Tag über aufreißt. Viel schlimmer ist aber dieser abgestandene Geruch von Menschen. Dieser äußeren Hülle, oftmals voll von Scheiße, die man aus jeder Pore, mit jedem gesprochenem Wort und mit jedem Ausatmen riecht. Wenn man diesen Geruch einmal aufgenommen hat, wird man sich immer dran erinnern. Ihn nie wieder vergessen. Ich muss fast jedes Mal kotzen, wenn ich in dieser Kneipe sitze. Aber nicht nur hier. Auch in den Bahnen dieser Stadt, im Amt, beim Arzt, im Supermarkt, beim Friseur. Schlicht und ergreifend überall ist dieser Gestank allgegenwärtig und ich kann ihm nicht entkommen. Und dennoch. Es zieht mich immer wieder an diese Orte. Tagein. Tagaus.
Ich sitze also in dieser Kneipe. Stelle mir vor, wie ich ein Messer in der Hand halte und lustige Muster in die Luft schneide. Immer wieder. Hier ein grinsendes Gesicht, dort ein Viereck. Solche Dinge eben. Nichts besonderes. Oftmals erwische ich mich dabei, wie ich die Muster mit der Hand nachgehe. Das ist mir manchmal peinlich. Meistens bekommt das aber niemand mit. Die Leute sind alle mit sich selbst beschäftigt. Aber was heißt schon die Leute. Das siffige Loch ist so spärlich besucht, wie ein Freibad mitten im Winter. Hinten in der Ecke sitzt ein Paar, dem ich noch keine besondere Beachtung schenke. Dazu komme ich sicherlich später am Abend noch. Das war´s auch schon. Theoretisch könnte ich mich verhalten, wie ich wollte. Ich könnte meinen Schwanz auspacken und unter die Theke pissen. Würde niemanden interessieren. Und dem Gesamteindruck der Kneipe würde das auch keinen Abbruch tun. Mache ich aber nicht. Ist mir für den Moment zu viel Aufwand. Was mir aber nie zu viel Aufwand sein wird, ist, mich innerlich über die Qualität der Musik zu beschweren und aufzuregen. Dabei ist die gar nicht mal schlecht. Irgendwie leicht jazzig, aber modern. Schwer zu beschreiben. Das Problem ist, dass aus den Boxen mehr Kratzgeräusche als Musik tönen. Mein feines Gehör fühlt sich regelrecht vergewaltigt und manchmal muss ich mir die Ohren zuhalten und meinen Mund zu einem lautlosen Schrei aufreißen, damit ich nicht komplett ausraste. Immerhin haben sie guten Whiskey. Den ich mir auch bestelle. Die Barkeeperin grinst schüchtern, nimmt ein kleines Glas und kippt mir zwei Finger breit hinein. Als sie zur Zange für die Eiswürfel greift, greife ich sanft ihre Hand, um sie davon abzuhalten. „Lass das Schätzchen, du willst mir das Getränk doch nicht versauen, oder? Ist besser für dich, glaub mir.“, denke ich mir, grinse sie dabei aber nur nett an und schüttele langsam den Kopf. Leicht irritiert und beschämt senkt sie den Kopf, lässt die Zange los und reicht mir das Glas. Ich löse meine Hand, gebe ihren Arm wieder frei und denke mir: „Geht doch. Nur weiter so.“. Sie hebt den Kopf wieder und sieht mich an. Ich grinse immer noch mein aufgesetztes Grinsen – sie würde die Falschheit nie bemerken – und sie grinst zurück. Öffnet dabei leicht den Mund und entblößt eine perfekt gepflegte Kauleiste, die mir fast den Atem raubt. Ich achte sehr auf Details. Es gibt einfach Dinge, die mir wichtig sind.
Ich sehe nicht beschissen aus. Frauen würden mich sogar als attraktiv bezeichnen. Mir ist das gänzlich egal. Die können ruhig denken, was sie wollen. Letzten Endes wird das auch der Grund sein, warum ich in dieser Kneipe immer recht wenig Geld ausgebe. Das Mädchen hinter der Theke schiebt mir den ein oder anderen Drink öfters mal zu und vergisst dabei absichtlich zu kassieren. Ihr Grinsen dabei verrät Interesse, welches ich nicht erwidere, obwohl ich sie ziemlich interessant finden könnte. Ein junger Hüpfer, Anfang 20 würde ich behaupten. Blonde mittellange Haare. Mal zum Zopf gebunden, mal offen. Der Pony hängt ihr immer frech in´s Gesicht und gibt ihr einen leicht verruchten Touch. Sie ist schlank, nicht dünn. Mit Kurven versehen, die genau dort sind, wo sie hingehören. Schöne Brüste und ein knackiger Hintern. Eigentlich ist sie perfekt. Aber ihre Zeit ist noch nicht gekommen. Ich merke, dass ich sie immer noch stumm angrinse und wende langsam meinen Blick von ihr hab. Sie nimmt ihr Handtuch wieder in die Hand und fängt an, irgendwelche Gläser zu polieren, die eigentlich recht sauber aussehen. Für irgendwas muss sie ja bezahlt werden. Erst jetzt fällt mir auf, dass wir noch nie wirklich miteinander gesprochen haben. Dennoch begrüßt sie mich jedes Mal so, als würden sie mich schon Jahre kennen. Sie glaubt mich zu kennen, ohne zu wissen, wer ich bin. Ihr Fehler. Das einzige, worauf ich bei mir achte, ist, dass ich mit meiner äußeren Erscheinung nicht zu viel Aufmerksamkeit auf mich ziehe. Ich kleide mich schlicht. Heute trage ich eine schwarze Hose und ein schwarzes Shirt. Dazu simple Stoffsneakers. Ich sehe aus wie der typische Junggeselle, den man an jeder Ecke mehrfach trifft. Ich kann es mir nicht leisten, Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Da muss ich wirklich aufpassen. Außerdem kann ich es nicht leiden, im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen. Ich sitze lieber weiterhin in meiner Ecke, nippe ab und an an meinem Whiskey und beobachte still und leise das Geschehen in der Kneipe.
Das Licht ist gedämmt, als mein Blick durch den Raum wandert. Das Paar in der anderen Ecke sitzt eng umschlungen dort und flüstert sich ständig irgendwas in die Ohren. Sie ist mehr so von der Marke verbrauchte Schlampe. Sprödes blondes Haar, enges Top, aus dem die Titten rausspringen möchten, sich aber in letzter Sekunde doch nicht trauen, als würden sie wissen, dass das in der Öffentlichkeit Ärger gibt. Ihr Gesicht zerfurcht. Die Zähne schwarz-gelb. Eine wunderbare Heroinnutte eben. Ich wette, ich konnte die Einstiche der Nadel an ihrem ganzen Körper zählen. Dafür hat sie sich aber ganz gut gehalten, nur meinen Geschmack trifft sie nicht. Ich finde sie zum einen ekelhaft, zum anderen stinkt sie so abartig, dass ich, sobald ich daran denke, mich fast mitten im Raum übergebe. Also schnell die Gedanken zu dem Penner neben ihr wechseln. Ich beobachte ihn ganz genau. Studiere sein Gesicht und sein Auftreten. Ich glaube zu erkennen, dass er Bänker ist. Die sehen immer so aus. Der Anzug viel zu groß für den schmächtigen Körper. Die Ärmel vom Hemd schauen natürlich nicht am Ende der Jackettärmel heraus – der Faux-Pas schlechthin – die Krönung aber ist diese unfassbar unpassende Krawatte. Bänker eben. Einen auf dicke Hose machen, aber so viel Stil haben wie ein Scheißhaufen auf einem Klodeckel. Ich muss grinsen bei dem Gedanken an einen Haufen Scheiße in einem Anzug, der da so auf dem hübschen weißen Klodeckel vor sich hin stinkt. Ich verwerfe den Gedanken. Und beobachte die beiden weiter. Sie knabbert an seinem Ohrläppchen. Er misst mit seinen Händen das Gewicht ihrer Titten und malt sich im Kopf aus, ob sein Schwanz vielleicht dazwischen passt. Wie auf Kommando und als hätte sie seine Gedanken gelesen, wandert ihre Hand weiter nach unten, bis sie in seinem Schritt Halt macht und sich dort langsam hin und her bewegt. Ihr überraschter Blick zeigt mir, dass der Schwanz scheinbar sehr gut zwischen ihre großen Titten passen wird. Ich kann die Beule in seiner Hose sehen und bin selber recht beeindruckt über ihr Ausmaß. Der Junge hat vielleicht keine Ahnung, wie man damit umgeht, aber gut ausgestattet ist er, das muss man ihm lassen.
Und während ich die beiden so beobachte – sie merken davon nichts, haben nicht einmal mitbekommen, dass ich anwesend bin – schweifen meine Gedanken ab und ich verliere mich in ihnen. Ich muss mich einfach in irgendetwas flüchten, sonst flippe ich aus. Ich finde die beiden dermaßen ekelhaft, dass ich es fast nicht aushalte, hier zu sitzen und ihnen weiter zuzuschauen. Ich schließe die Augen. In meinen Gedanken bin ich frei. Hier rieche ich auch nichts. Langsam stehe ich auf – ich bin immer noch in meiner Gedankenwelt – und gehe auf die beiden zu. Ich frage den Typen ob er vielleicht Hilfe bräuchte mit der Kleinen. Er hebt überrascht den Blick, formt seinen Mund zu einer Antwort. Kommt aber nicht dazu. Vorher breche ich ihm mit ein paar gezielten Schlägen drei bis vier Rippen, reiße seine Hose auf und runter, nehme seinen Kopf an den Haaren und drücke ihn so lange nach unten, bis er sich gleichzeitig selber einen bläst und die Eier lutscht. Er würgt und gurgelt, kann sich meinem Griff aber nicht entziehen. Ich drücke seinen Kopf so lange nach unten, bis er sich nicht mehr rührt und in dieser grotesken Haltung erstarrt. Ein Fest. Die Heroinnutte lacht nur zynisch, will sich gerade bei mir bedanken, als sie den Schuh, der an meinem Fuß steckt und ihr das Gesicht aus dem Kopf tritt, anfliegen sieht. Mit einem schmatzenden Geräusch klatscht ihr Kopf gegen die Wand und dann gleitet sie ganz langsam und lautlos zu Boden. Ich betrachte mein Werk, applaudiere mir kurz selber zu, drehe mich um zu der Barkeeperin, die so tut, als sei nichts geschehen und bestelle mir ein neues Getränk.
Als ich die Augen öffne, hat sich an dem gesamten Szenario nichts geändert. Die beiden sitzen immer noch eng umschlungen hinten auf ihren Stühlen. Wenn die heute Abend nicht noch eine Nummer schieben, dann möchte ich der König irgendeines hochgelobten Landes sein. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Ich nippe erneut an meinem Whiskey und spüre irgendwie intuitiv, dass sich gleich etwas verändern wird. Meine Sinne sind geschärft für solche Situationen. Und tatsächlich. Ein paar Sekunden später geht die Tür auf und SIE betritt den Raum. Ich merke sofort, dass sie die Richtige für heute Abend ist. Klein und zierlich. Leicht gebräunter Teint, dunkle Haare. Dezent und doch hübsch geschminkt. Ihre enge Jeans und das trägerlose Top betonen ihre makellose Figur. Im Geiste fahre ich mit meinen Händen an ihren Rundungen entlang. Sie ist es. Perfekt. Kurz schaut sie sich im Raum um, grinst der Barkeeperin zu, die ihren Arm zu einem winkenden Gruß erhebt. Dann entdeckt sie mich. Ich grinse ihr zu. Lege mein charmantestes Lächeln auf und schon kann sie nicht anders, als sich zu mir zu setzen, obwohl genügend freie Plätze vorhanden sind. Aber welches hübsche Mädchen sitzt schon gern alleine und wird von dubiosen Gestalten beobachtet oder angemacht, die im Laufe des Abends noch auftauchen könnten. Sie stellt sich vor, ich höre ihr nicht zu. Ihr Name ist mir egal. Sie fragt nach meinem. Ich antworte ihr wahrheitsgemäß. Sie erzählt von ihrem stressigen Tag und, dass sie jetzt gerade ein wenig Ablenkung braucht. Nur deshalb sei sie heute hierher gekommen. Ich höre ihr immer noch nicht zu, sondern bin schon ganz woanders mit meinen Gedanken. Ich fange mich aber wieder und frage, ob sie was trinken möchte. Normalerweise ließe sie sich nichts von dahergelaufenen, fremden Typen ausgeben. Aber bei mir könne sie ja mal eine Ausnahme machen. Immer machen sie Ausnahmen, ausnahmslos. Normalerweise….wenn ich das schon höre. Ich grinse sie an und frage, was sie haben möchte. Irgendeinen Mädchencoktail hätte sie gerne. Einen Cocktail, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe, nachdem ich ihn vorne bestellt habe und mich wieder hinsetze.
Das brünette Mädchen schnattert immer weiter. Ohne Punkt und Komma. Ich höre ihr nicht zu, aber das merkt sie nicht. Irgendwann habe ich genug und frage sie, ob sie nicht auch findet, dass es hier ekelhaft stinkt. Das sei ihr bislang gar nicht aufgefallen, sagt sie mir, jetzt, da ich es aber erwähne, fällt es ihr auch auf. Ich frage sie, ob sie Lust hat, noch woanders hinzugehen. Was mir vorschwebe, fragt sie mich. Ich erzähle ihr, dass ich ganz in der Nähe wohne und noch den einen oder anderen netten Wein im Regal stehen hätte. Meine Frage, ob sie denn Lust hätte, noch einen Drink in meinen vier Wänden – ich verspreche ihr, dass es dort nicht stinkt – zu sich zu nehmen, bejaht sie mit einem vielsagenden Grinsen. Wenn du wüsstest, denke ich mir, sage es ihr aber nicht. Das würde mir doch später nur die Show stehlen. Ich stehe auf, gehe an den Tresen, bezahle meine Rechnung, grinse die Barkeeperin an und wünsche ihr bis zum nächsten Mal einen schönen Abend. Sie bedankt sich, wünscht mir ähnliches, zwinkert mir dabei mit einem Blick auf das Mädchen gerichtet zu und sagt, ich solle bald wiederkommen. Versprochen, lache ich und drehe mich um. Ich helfe dem braunhaarigen Mädchen in ihre dünne Jacke. Ich selber habe keine dabei. Draußen ist es noch warm genug, um ohne Jacke zurückzulaufen. An der frischen Luft bleibe ich erst einmal kurz stehen und atme tief ein. Diese klare Luft erfüllt meine Lungen mit einem Gefühl von Freiheit, das Einzige, was stört, ist der leichte Duft ihres Parfüms, der sich dazwischen mischt. Aber das kann ich verkraften. Als wäre es selbstverständlich, hackt sie sich in meinem Arm, dessen Hand in meiner Hosentasche steckt. Ich lasse es geschehen und langsam schlendern wir über die Straße. Das Licht der Laternen wirft komische Schatten auf die Straße, die lustige Gebilde ergeben. Ich weise sie auf ein besonders frivoles Schattenspiel hin, sie kichert, schimpft mich schon fast liebevoll einen Schuft und kneift mir in die Seite. Ich lache auf und möchte ihr für diesen Angriff eigentlich das Gesicht neu polieren, kann mich aber im letzten Moment beherrschen.
Nach einem kurzen Fußmarsch sind wir an meiner Haustür angelangt. Ich krame kurz in meiner Tasche nach dem Schlüssel, sie lässt mich dabei los und betrachtet die Umgebung. Nett sähe es hier aus, gibt sie zu. Ich nicke nur und schließe die Tür auf. Gott sei Dank wohne ich im Erdgeschoss. Treppen steigen mochte ich noch nie. Also sind wir auch recht schnell an meiner Wohnungstür angelangt. Ich öffne sie und bitte sie herein. Drinnen angekommen, nehme ich ihr ihre Jacke ab und hänge sie sorgfältig auf. Ordnung muss sein. Ich kann es nicht leiden, wenn irgendwas in der Wohnung einfach nur rumfliegt, da bin ich penibel. Ich schlage vor, dass sie schon mal im Wohnzimmer auf der Couch Platz nimmt, während ich zwei Gläser und die Flasche Wein besorge. Sie gehorcht. Kurze Zeit später tauche ich auch im Wohnzimmer auf. Sie hat es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht und wirft mir ein kokettes Grinsen zu. Ich frage, ob sie was gegen Musik hätte. Sie verneint. Ich stöbere durch die CD Sammlung und finde eine Scheibe von Talk Talk. Lustig, als hätte sie heute noch nicht genug geredet. Ich lege Such A Shame auf und gestehe ein Kind der 80er zu sein. Sie liebt die 80er, kreischt sie. Sie lieben immer irgendwie die Musik, die ich ihnen zu lieben vorgaukele. In Wahrheit ist mir nichts egaler als Musik. Na gut, Menschen vielleicht, aber dann kommt Musik. Ich frage, ob sie tanzen will und bewege scherzhaft meine Hüften. Sie kichert und fragt, ob ich sie nicht lieber küssen wolle. Das ginge auch beim Tanzen, kontere ich. Sie gibt sich geschlagen. Steht auf und kommt zu mir. Langsam versinkt sie ein meinen Armen und ich wundere mich, wie sie zu seinem solch flotten Song so eng tanzen will. Sei´s drum, ist ihre Sache, ich kann eh nicht tanzen. Recht schnell wird mir aber klar, worauf sie hinaus will. Den Wein brauchen wir nicht mehr. Auch gut. Langsam bewegen sich ihre Hände über mein straffes Hinterteil, wandern über meinen Oberkörper zur Brust. Ich bin dort recht sensitiv und die Signale werden sofort an meine Hose gesendet. Oh oh, sagt sie, das will es aber jemand schnell wissen. Wenn du wüsstest, denke ich nicht nur, sondern sage es. Woran ich aber denke, ist das Mädchen, welches ich letzte Woche kennenlernte. Sie war nicht ganz so hübsch, deswegen nahm ich sie nicht mit nach Hause, sondern direkt von hinten und ohne großes Zögern in einer dunklen Gasse. Bevor sie anfing vor Lust zu schreien – ich beherrsche das Ding zwischen meinen Beinen ganz gut – nahm ich ihren Kopf in die Hand und schmetterte ihn gegen die Hauswand. Ich konnte die Knochen schon brechen hören, bevor sie nur die Wand berührten. Danach war Stille. Totenstille. Am nächsten Tag stand es in allen Zeitungen, die ich genüsslich in meinem Stammcafé las und dabei grinsend feststellen musste, dass ich meine Arbeit ganz gut mache. Bis heute verdächtigt mich niemand. Wie auch, ich hinterlasse ja keine Spuren. Habe einen geregelten Tagesablauf und habe mir bislang – aus Sicht der Gesellschaft – noch nie etwas zu schulden kommen lassen. Wenn die wüssten, denke ich, und wundere mich, wie oft ich diesen Satz eigentlich denke. Erneut muss ich grinsen.
Ich nehme das dunkelhaarige Mädchen auf den Arm und trage sie ins Schafzimmer. Dort angekommen, werfe ich sie auf´s Bett. Du bist ganz schön stark, bemerkt sie. Ich erwidere irgendwas von ungeahnten Manneskräften und ziehe mir langsam das Shirt aus, während sie sich auf dem Bett räkelt. Als ich mich komplett ausgezogen habe – ich lasse das nie die Damen machen – werfe ich mich zu ihr aufs Bett. Sofort wirft sie sich an mich, steckt mir ihre Zunge und den Hals und greift nach meinem Penis. Ich ziehe ihr das Top über den Kopf und knöpfe ihre Hose auf. Ihre Augen glänzen, als sie mich ansieht und sich ihre Hose langsam runterzieht. Zum Vorschein kommt eine perfekte rasierte Muschi, an der es nichts auszusetzen gibt. Während ich mich schon wieder in Gedanken verliere, besinnt sie sich recht schnell auf das, was sie zu tun hat und schon verschwindet mein Schwanz bis zu dein Eiern in ihrem Mund. Fast hätte ich aufgestöhnt, wenn ich mich nicht im letzten Moment konzentriert hätte. Sie gibt sich redliche Mühe und bearbeitet mich nach allen Regeln der Kunst. Das macht sie so lange, bis sie mich umstößt und sich ohne zu zögern auf mich setzt. Ich spüre diese feuchte Wärme, die von ihr ausgeht und lehne mich genießend zurück. Sie tut es mir gleich. Bewegt sich auf und ab. Wirbelt ihre Mähne durch die Luft und schließt die Augen. Ich lasse sie machen.
Als ich genug genossen habe, sie aber noch nicht, lasse ich sie immer noch weiter machen. Gott sei Dank habe ich den Backstein unter dem Bett platziert, nachdem ich langsam greife. Das Bett ist nicht allzu hoch, sonst hätte ich einen anderen Platz für den Stein wählen müssen. So bekomme ich ihn aber ohne Probleme zu packen und hebe ihn an. Leider nicht schnell genug, denn plötzlich öffnet sie ihre Augen, sieht, was ich in der Hand halte und bevor ich zuschlagen kann, beginnt sie zu schreien. Diesmal nicht vor Lust. Nein, aus diesem Schrei tönt die unpackbare Panik. Ich entscheide mich aber dennoch zuzuschlagen. Ein Mal. Und sie fällt von mir runter. Ich habe sie nicht richtig erwischt. Zwei Mal. Sie bewegt sich noch. Das Blut spritzt aus ihrer Nase und aus dem Loch im Kopf. Drei Mal. Sie zuckt noch ein wenig. Ihr Gesicht bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Vier Mal. Sie gibt auf. Röchelnd. Fünf Mal. Das Röcheln lässt nach. Sechs Mal. Sie ist still. Als ich mich vergewissert habe, dass sie wirklich nicht mehr lebt, schlage ich ein siebtes Mal zu, stehe ich langsam auf, packe meine Klamotten zusammen und verschwinde im Bad, wo ich mich schnell wasche. Ich habe doch den ein oder anderen Blutspritzer abbekommen. Das ist heute nicht so gelaufen wie geplant. Vorher aber hole ich mir schnell noch einen runter und spritze das Ergebnis dessen in die Toilette, die ich direkt danach abziehe. Als ich gerade mein Shirt anziehe, klopft es laut an der Tür. Der Nachbar. Ob alles in Ordnung sei, fragt er. Und ob der die Polizei rufen soll. Ich antworte nicht. Er klopft weiter. Energischer. Und droht die Polizei zu rufen. Mach doch, denke ich mir. Langsam und leise gehe ich zurück ins Schlafzimmer, betrachte noch einmal mein Werk und vergewissere mich, dass ich nichts hab liegen lassen, was meine Schuld beweisen könnte. Auch den Wein und die Weingläser, vor allem aber den Stein packe ich in eine Tüte. Bevor ich es vergesse, nehme ich noch schnell die CD samt Hülle mit und säubere kurz den Knopf des Players. Das muss reichen.
Leise öffne sich das Fenster und schwinge mein Bein über die Bank. Das Einzige, was die Polizei später finden wird, ist das arme Mädchen und die erdrosselte Leiche des noch ärmeren Mieters der Wohnung im Schrank. Zufällig lief er mir über den Weg, als ich die Gegend auskundschaftete. Leichtgläubig und somit ein gefundenes Fressen für mich. Überhaupt kein Problem. Ich erzählte ihm, dass ich einen wichtigen Termin, mein Handy dummerweise aber vergessen hätte. Ob ich vielleicht kurz bei ihm telefonieren könnte, die Nummer würde ich kennen. Er willigte ein und ließ mich in seine Wohnung. Ich tat so, als würde ich mit dem altmodischen Telefon jemanden anrufen und als er an mir vorbei ging, schlug ich ihm den Hörer mehrmals auf den Kopf und erwürgte ihn mit der Schnur seines eigenen Gerätes. Gemein, ich weiß. Aber ich habe nie behauptet, nett zu sein. Ich steige aus dem Fenster und als mein Fuß den Asphalt berührt, denke ich mir: „Macht´s gut ihr Idioten. Bis zum nächsten Mal.“ Einen Tipp möchte ich ihnen aber dennoch geben und so flüstere ich leise vor mich hin, im Glauben sie könnten es hören: „Die Frage ist nicht wer ich bin, sondern wo ich bin. Und wenn ja, wie viele.“ Das muss reichen. Langsam mache ich mich auf den Weg nach Hause. Ich muss schlafen. Morgen ist ein anstrengender Tag.